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Die Winde beschleunigen die Küstenerosion in Katar
Mehr als 10 % der Weltbevölkerung leben in tief liegenden Küstengebieten, die den Folgen des steigenden Meeresspiegels ausgesetzt sind. In Katar, einer Halbinsel am Arabischen Golf, haben die schnelle Verstädterung und die wirtschaftliche Entwicklung entlang der 563 Kilometer Küste die Verwundbarkeit gegenüber Erosion verschärft. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass 32 Standorte nun als Erosions-Hotspots eingestuft werden, mit Rückgängen von manchmal mehr als 3 Metern pro Jahr in der Region Al Shamal im Norden des Landes. Dieses besonders tiefe und sandige Gebiet wird von den vorherrschenden Winden aus Norden und Nordwesten heimgesucht, die im Winter bis zu 74 % der Winde ausmachen. Bei Stürmen können die Wellen dann eine Höhe von mehr als 3 Metern erreichen und das Phänomen verschlimmern.
Die Studie zeigt, dass 18 % der katarischen Küsten um mehr als 0,5 Meter pro Jahr zurückweichen, während sich 56 % natürlich ausdehnen. Allerdings stören menschliche Aktivitäten wie der Bau von Deichen oder künstlichen Barrieren den Sedimenttransport. Diese Eingriffe schaffen Ungleichgewichte: In einigen Zonen sammeln sich Sedimente an, während andere, die von diesem Nachschub abgeschnitten sind, schneller erodieren. So verursachte im Nordosten ein Deich flussabwärts des Küstenstroms einen Rückgang von 7,5 Metern, während flussaufwärts die Küste 14,86 Meter gewann.
Die Shamal-Winde, typisch für die Region, spielen eine Schlüsselrolle. Im Winter wehen sie mit einer solchen Intensität, dass die Wellen Rekordhöhen erreichen, wie die 3,58 Meter, die 2022 gemessen wurden. Diese Stürme, kombiniert mit dem Anstieg des Meeresspiegels, werden die Erosion voraussichtlich verschlimmern. Die Prognosen deuten auf einen Anstieg des Meeresspiegels um 0,38 Meter bis 2030 und um 2 Meter bis 2100 hin. Ohne Anpassung könnte dies zum Verschwinden von 5 % der Küstenflächen Katars bis 2030 und von 10 % bis 2050 führen.
Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, werden naturbasierte Lösungen vorgeschlagen. Dazu gehört die Installation von Windschutz aus lokalen Palmenstämmen, die parallel zur Küste im Abstand von 8 bis 10 Metern angeordnet werden. Diese Strukturen, die 80 Zentimeter tief im Sand vergraben sind, fangen den vom Wind transportierten Sand ein und fördern die Bildung von Embryonal-Dünen. Lokale Pflanzen wie Traganum oder Tamarix, die hitze- und trockenheitsresistent sind, sollen gepflanzt werden, um diese Dünen weiter zu stabilisieren. Diese Pflanzen, die an sandige und salzhaltige Böden angepasst sind, stärken die Widerstandsfähigkeit der Küstensysteme gegenüber Stürmen.
Diese Maßnahmen sind Teil eines hybriden Ansatzes, der künstliche Infrastruktur und natürliche Lösungen kombiniert. Mangroven, die bereits in Gebieten wie Al Khor oder Al Thakhira vorkommen, zeigen ermutigende Ergebnisse mit stabilen oder leicht wachsenden Küsten. Ihr Erhalt und ihre Ausweitung könnten die Windschutzstreifen ergänzen, um die am stärksten gefährdeten Gebiete zu schützen.
Die Dringlichkeit ist real: Ohne Eingreifen würden die Küsteninfrastrukturen, die marinen Ökosysteme und die lokale Bevölkerung irreversible Verluste erleiden. Natürliche Lösungen begrenzen nicht nur die Erosion, sondern bewahren auch die Artenvielfalt und fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Sie bieten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Methoden, die oft teuer und umweltschädlich sind.
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À propos de nos sources
Étude citée
DOI : https://doi.org/10.1007/s10668-026-07766-8
Titre : Novel shoreline retreat assessment considering wind dynamics and nature-based solutions
Revue : Environment, Development and Sustainability
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Abderraouf Hzami; Radhouan Ben-Hamadou; Azzam Abu-Rayash