Verringert die Reduzierung der Ozonverschmutzung die durch Klimapolitik bedingten globalen Hungerrisiken?

Verringert die Reduzierung der Ozonverschmutzung die durch Klimapolitik bedingten globalen Hungerrisiken?

Bemühungen, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, könnten den Hunger in der Welt verschärfen, indem sie die für die Landwirtschaft verfügbaren Flächen zugunsten von Wäldern und Energiepflanzen verringern. Doch eine oft vernachlässigte Dimension mildert diese Feststellung: die Abnahme der Ozonverschmutzung, die mit diesen Maßnahmen einhergeht. Eine aktuelle Analyse mit sechs globalen agrarökonomischen Modellen zeigt, dass diese Ozonreduzierung die negativen Auswirkungen der Klimapolitik auf den Hunger bis 2050 um 15 % verringern könnte.

Bodennahes Ozon entsteht, wenn Schadstoffe wie Methan, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen unter Sonneneinwirkung reagieren. Diese Gase werden größtenteils durch menschliche Aktivitäten, insbesondere Landwirtschaft und Industrie, freigesetzt. In hohen Konzentrationen schädigt Ozon die Ernten, verringert die Erträge und bedroht die Ernährungssicherheit. Klimaschutzmaßnahmen, die den Einsatz fossiler Brennstoffe begrenzen und erneuerbare Energien fördern, führen auch zu einer Verringerung dieser Schadstoffe. Weniger Ozon bedeutet daher reichere Ernten, vor allem in Regionen mit hoher Verschmutzung und besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen.

Subsahara-Afrika und Indien, wo Hunger heute am weitesten verbreitet ist, würden am stärksten von diesem Effekt profitieren. Diese beiden Regionen würden allein 56 % der weltweiten Verringerung des durch Ozonrückgang bedingten Unterernährungsrisikos ausmachen. Ohne diese Verbesserung der Luftqualität könnten die hohen Kosten der Klimapolitik und die Konkurrenz um Agrarflächen die Zahl der hungernden Menschen erhöhen. Die Verringerung des Ozons gleicht jedoch einen Teil dieser negativen Effekte aus, indem sie die Erträge steigert – insbesondere die von Weizen in Indien und China.

Prognosen zeigen, dass ohne ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen die Erwärmung und der Anstieg der Ozonspiegel bis 2050 die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen um fast 10 Millionen erhöhen würden. Bei strengen Maßnahmen zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C würden zwar die Kosten für die Lebensmittelproduktion steigen, doch die Ozonreduzierung würde diesen Schock abmildern. Sie würde verhindern, dass zusätzlich 8 Millionen Menschen in Ernährungsunsicherheit geraten – ein bedeutender Ausgleich für die durch die Klimapolitik verursachten Verluste.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung, indirekte Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen, wie die Verbesserung der Luftqualität, bei der Bewertung ihrer Auswirkungen auf die Landwirtschaft zu berücksichtigen. Sie erinnern auch daran, dass Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels unter Berücksichtigung ihrer Folgen für die Lebensmittelproduktion und den Zugang zu Nahrungsmitteln gestaltet werden müssen. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität, die Optimierung der Flächennutzung und die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung bleiben entscheidende Hebel, um ökologischen Wandel und Ernährungssicherheit in Einklang zu bringen.


À propos de nos sources

Étude citée

DOI : https://doi.org/10.1038/s43016-026-01322-3

Titre : Ozone pollution reduction partially offsets the negative impact of climate change mitigation efforts on global hunger

Revue : Nature Food

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Shujuan Xia; Tomoko Hasegawa; Thanapat Jansakoo; Daniel Mason-D’Croz; Kazuaki Tsuchiya; Shinichiro Fujimori; Maksym Chepeliev; Marta Kozicka; Abhijeet Mishra; Willem-Jan van Zeist; Xin Zhao; Thijs de Lange; Thais Diniz Oliveira; Jonathan C. Doelman; Matthew Gibson; Petr Havlík; Mario Herrero; Ipsita Kumar; Yuki Ochi; Timothy B. Sulser; Marina Sundiang; Kiyoshi Takahashi; Jun’ya Takakura; Keith Wiebe

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